Der BSV Wulfen steht pünktlich zu seinem 50. Vereinsjubiläum unmittelbar vor dem Gewinn der Meisterschaft in der 2. Regionalliga 2 und dem Aufstieg in die Regionalliga West. Nach einer 91:71-Gala gegen den GV Waltrop vor 535 begeisterten Zuschauern am Samstagabend in der Wulfener Gesamtschulhalle fehlt den Münsterland Baskets nur noch ein winziger Schritt zur Rückkehr in die höchste Liga Nordrhein-Westfalens. Unter dem Motto "Das ganze Dorf fährt mit" reist der BSV mit voraussichtlich drei Fanbussen am kommenden Samstag zum Topspiel beim direkten Verfolger Lippebaskets Werne. Und beim Tabellenzweiten kann sich der Spitzenreiter selbst eine Niederlage mit 24 Punkten Differenz leisten, er wäre immer noch Meister!

"Ich gehe davon aus, dass meine Mannschaft auch das Spiel in Werne gewinnen will", gab ein sichtlich stolzer Trainer Predrag Radanovic nach dem souveränen 91:71 (52:38) über eine starke Waltroper Mannschaft zu Protokoll. Vier Spieltage vor Saisonende haben die Wölfe des BSV einen komfortablen Vorsprung auf die Konkurrenz. Schon Samstag war ein Dorf in Feierlaune - aber die Party steigt ganz sicher bei den befreundeten LippeBaskets Werne mit dem Ex-Wulfener Christoph Henke auf der Trainerbank.

Die Wölfe setzten sich in allen Belangen durch.

Gegen Waltrop war der BSV von Beginn an Herr im eigenen Haus. Nach 17 Sekunden hieß es nach einem Fastbreak über die beiden Ur-Wulfener Marcel Gorontzi und Thorben Vadder 2:0 - diese Führung gab der Tabellenführer bis zum Ende nicht mehr ab. Bis zum 16:8 (4.) entlud sich ein wahrer Dreier-Hagel über den Gymnastikverein. Bis zum 28:14 nach dem ersten Viertel hatte der wie entfesselt aufspielende US-Spielmacher Bryant Allen bereits 16 Punkte und vier Dreier erzielt. Auch Marcel Gorontzi (am Ende 5 von 6 Dreier verwandelt) und Patrik Paschke (4 von 9 Dreier versenkt) trafen aus der Distanz. Auf Waltroper Seite gegenhalten konnte eigentlich nur ein weiterer Ur-Wulfener: Felix Spieker (geb. Werner) erzielte 10 der 16 GV-Punkte. Am Ende war ausgerechnet der 30-jährige Forward, der das Basketballspielen beim BSV erlernte, mit 34 Punkiten der überragende Spieler auf dem Wulfener Parkett. Zum Ende seiner Karriere lieferte Felix Spieker eines seiner besten Spiele ab.

Am Spielverlauf änderte das wenig. Nun traf auch noch Kreshnik Gashi seinen ersten Dreier - Wulfen führte nach 14 Minuten 41:23. Und auch als die Gäste aus dem Ostvest auf 32:41 (17.) oder 38:47 (20.) verkürzen konnten, hatte der BSV immer die passende Antwort. Gegen einen stark aufspielenden Gegner, der zuletzt fünf Siege in Serie gefeiert hatte, präsentierte sich das Radanovic-Team in meisterlicher Form. Die Dreierquote war vor der Paise mit 55 Prozent atemberaubend, am Ende mit 48,5 Prozent immer noch sensationell. Bis zum 77:61 (32.) blieb die Mannschaft von Dejan Petrov halbwegs auf Tuchfühlung. Dann brach ein Wulfener 14:0-Run über die Waltroper herein. 91:61 hieß es drei Minuten vor Schluss. Wer sonst als Felix Spieker mit acht Punkten in Folge und Routinier Stefan Fürst mit seinem einzigen Feldkorb ("Fürsti" war mit 16 Rebounds aber der beste Abräumer auf dem Feld) holten noch einen Waltroper 10:0-Lauf und betrieben zum 91:71-Endstand etwas Ergebniskosmetik.

Die Tribüne war wieder sehr gut gefüllt. Gegen Schwelm und Münster werden die Zuschauer sicher noch enger zusammen rücken müssen. Der BSV erwartet zur Meisterschaft volles Haus!

Die BSV-Fans feierten da schon längst ihre Helden in rot und weiß - Wulfen steht Millimeter vor dem ersten Gewinn einer Herren-Meisterschaft seit exakt 20 Jahren. In die 2. Liga ProB war der Verein 2010 als Tabellendritter aufgestiegen. Es folgten die Abstiege 2013 und 2016 im Drei-Jahres-Takt. Und nun, weitere drei Jahre später, die umjubelte Rückkehr in die Beletage des NRW-Basketballs. Derbys gegen Dorsten, Herten, Recklinghausen oder Essen locken. Es fehlt ein letzter winziger Schritt, der am kommenden Samstag in Werne getan wird.

BSV: Patrik Paschke (14/4 Dreier), Alexander Winck (8, 7 Reb., 2 Blocks), Marcel Gorontzi (19/5), Bryant Allen (30/5, 8 Reb., 5 Ass., 5 Steals), Kreshnik Gashi (6/2, 5 Assists), Tim Terboven (2), Milan Juskovic (2), Christian Dreißig, Thorben Vadder (4), Philipp Lensing (2), Steffen Piechotta (4, 7 Reb.). Schiedsrichter: Martin Kolander (Hückeswagen) und Nils Kremer (Wuppertal): Zuschauer: 535.

Main Page Contacts Search